Hier finden Sie die Erklärung wichtiger Fachbegriffe aus der Energieeffizienzberatung.
Der Begriff „Abfallenergie“ bezieht sich auf die Energie, die aus Abfällen oder Reststoffen gewonnen wird. Diese Energie kann in verschiedenen Formen vorliegen, darunter thermische, elektrische oder mechanische Energie.
Typischerweise entsteht Abfallenergie als Nebenprodukt von industriellen Prozessen oder als Resultat der Verbrennung von Abfällen in Müllverbrennungsanlagen. Die freiwerdende Wärme wird in der Regel genutzt, um Dampf zu erzeugen, der wiederum Turbinen antreibt und Strom produziert.
Durch die Nutzung von Abfall als Energiequelle wird nicht nur der Bedarf an fossilen Energien reduziert – es vermindert auch das Deponievolumen und trägt zur Kreislaufwirtschaft bei.
Anergie beschreibt die Energie, die in einem Gebäude vorhanden ist, jedoch weder zum Heizen noch zum Kühlen aktiv genutzt werden kann.
Sie ist ein zentraler Begriff der thermodynamischen Bilanzierung: Gebäude mit guter Dämmung, geeigneter Orientierung und optimierter Hülle benötigen weniger aktive Heizenergie, da die passive Anergie bereits zur Stabilisierung der Raumtemperatur beiträgt.
Die Amortisationszeit beschreibt die Dauer, die erforderlich ist, bis sich eine Investition durch erzielte Einsparungen bezahlt macht.
Bei energetischen Sanierungen ergibt sie sich aus:
Je kürzer die Amortisationszeit, desto wirtschaftlicher ist die Maßnahme.
Das BAFA ist eine Bundesoberbehörde, die zahlreiche Förderprogramme verwaltet — u. a. für Energieberatung, effiziente Gebäude, erneuerbare Energien, Wärmepumpen und Unternehmensenergieeffizienz.
Es ist zentraler Ansprechpartner für energetische Fördermittel in Deutschland.
Die BEG umfasst alle staatlichen Förderprogramme für energetische Sanierungen und energieeffiziente Neubauten.
Gefördert werden:
Ziel ist die Erreichung der Klimaschutzziele im Gebäudesektor.
Dieser beschreibt die Wärmeverluste eines Heizgeräts oder Speichers, wenn er in Bereitschaft gehalten wird, aber keine Wärme abgibt.
Ursachen sind u. a.:
Geringere Bereitschaftsverluste bedeuten niedrigere Energiekosten.
Beim bivalenten Betrieb wirken zwei Wärmeerzeuger gemeinsam:
meist eine Wärmepumpe und ein fossiler Kessel.
Vorteile:
CO₂e ist eine Bezugsgröße, die verschiedene Treibhausgase vergleichbar macht, indem deren Klimawirkung auf CO₂ umgerechnet wird.
Grundlage ist das Global Warming Potential (GWP), das angibt, wie stark ein Gas im Vergleich zu CO₂ zur Erderwärmung beiträgt.
Der Carbon Risk Real Estate Monitor liefert wissenschaftlich definierte Reduktionspfade für Gebäude, um konform mit den Pariser Klimazielen zu bleiben.
Er zeigt, wie viel CO₂ ein Gebäude jährlich maximal emittieren darf, um „Paris-aligned“ zu sein.
Er beschreibt den zeitlichen Verlauf, mit dem Emissionen reduziert werden müssen, um ein zukünftiges Ziel — meist Klimaneutralität — zu erreichen.
Für Gebäude bedeutet das: jährliche Reduktion des Primärenergiebedarfs und CO₂-Emissionen.
Messung des Druckunterschieds zwischen zwei Punkten, z. B.:
Eine Grundgröße in der HLK-Technik.
Vorgeschriebene Norm zur Erstellung von Lüftungskonzepten für Wohngebäude.
Ziel: Schutz vor Feuchte, Schimmel und hygienische Luftqualität.
Diese Norm strukturiert Energieaudits, bestehend aus:
Internationaler Standard für Energiemanagementsysteme (EnMS).
Er fordert kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung.
Leitfaden zur systematischen Ermittlung und Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen.
Zentrale Rechennorm für Energiebedarf von Gebäuden:
Heizung, Kühlung, Lüftung, Warmwasser, Beleuchtung.
Ein systematisches Verfahren zur Analyse der Energieflüsse eines Unternehmens oder Gebäudes.
Ziel: Effizienzpotenziale erkennen, Einsparungen quantifizieren, Maßnahmen entwickeln.
Das EDL-G verpflichtet große Unternehmen zur regelmäßigen Durchführung von Energieaudits oder zur Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems.
Eine vorgeschriebene Begrenzung des Energieverbrauchs, meist im Rahmen gesetzlicher Vorgaben (z. B. GEG).
Das EEG regelt die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien, z. B. über Einspeisevergütung und Marktprämien.
Verhältnis zwischen eingesetzter Energie und erzieltem Nutzen.
Weniger Verbrauch bei gleicher Leistung bedeutet höhere Effizienz.
Strukturiertes System zur Optimierung der Energieverbräuche — häufig nach ISO 50001.
Quellen, die Energie bereitstellen — fossile oder erneuerbare.
Gesamter Prozess des Umbaus der Energieversorgung hin zu Erneuerbaren, Effizienz und Klimaneutralität.
Frühere Energieeinsparverordnung, heute im Gebäudeenergiegesetz (GEG) integriert.
Kennzahl zur Bewertung der energetischen Leistung eines Systems oder Unternehmens.
Das Energiesteuergesetz regelt die Besteuerung von Energieerzeugnissen und schafft Anreize zur Effizienz.
Gebäudestandard mit definiertem Energiebedarf (z. B. KfW 40, 55).
Dokumentiert energetische Qualität eines Gebäudes: verbrauchs- oder bedarfsbasiert.
Ermittlung der Material- oder Raumfeuchte mittels elektrischer, kapazitiver oder hygroskopischer Verfahren.
Wichtig für Bauschadensanalyse, Schimmelprävention und Materialbewertung.
Die Gebäudeautomatisierung umfasst alle technischen Systeme, die in einem Gebäude automatisiert gesteuert, überwacht und optimiert werden.
Dazu gehören u. a.:
Durch intelligente Sensorik und zentrale Steuerungen werden Betriebsabläufe effizienter, der Energieverbrauch sinkt und der Nutzerkomfort steigt erheblich.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vereint seit 2020 die früheren Regelwerke EnEV, EnEG und EEWärmeG.
Es legt verbindliche Vorgaben fest für:
Das GEG ist die zentrale Rechtsgrundlage für Energieeffizienz im Gebäudesektor in Deutschland.
Die GFZ ist ein planungsrechtlicher Kennwert und gibt das Verhältnis zwischen der gesamten Geschossfläche eines Gebäudes und der Grundstücksfläche an.
Sie bestimmt maßgeblich:
Eine höhere GFZ bedeutet intensivere Bebauung.
Der Gleichwertigkeitsnachweis dient dazu, nicht standardisierte Bauweisen oder Materialien im energetischen Kontext nachzuweisen.
Er ist notwendig, wenn alternative Konstruktionen genutzt werden, die nicht exakt in Normtabellen oder Regelwerken beschrieben sind.
Nachgewiesen wird die energetische Gleichwertigkeit durch:
Das GWP beschreibt die Klimawirksamkeit eines Treibhausgases im Vergleich zu CO₂ über einen festgelegten Zeitraum (meist 100 Jahre).
Beispiele:
Es ermöglicht die Umrechnung verschiedener Gasemissionen in CO₂-Äquivalente.
Derzeit keine Einträge.
Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) — Weltklimarat — ist das wichtigste internationale wissenschaftliche Gremium für Klimaforschung.
Der IPCC:
Seine Ergebnisse fließen maßgeblich in Energie- und Klimastrategien ein.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Effizienzkennzahl für Wärmepumpen.
Sie beschreibt das Verhältnis von abgegebener Heizenergie zu eingesetzter elektrischer Energie über ein Jahr:
JAZ = erzeugte Wärme / eingesetzte elektrische Energie
Eine hohe JAZ bedeutet hohe Effizienz und niedrige Betriebskosten.
Klimaneutralität ist erreicht, wenn alle verursachten Treibhausgasemissionen entweder vollständig vermieden oder durch geeignete Maßnahmen kompensiert werden.
Wege zur Klimaneutralität:
Die KfW bietet Förderprogramme in Form von Krediten und Zuschüssen für energetische Sanierungen und energieeffiziente Neubauten.
Typische Programme:
Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird gleichzeitig Strom und Wärme aus einem einzigen Brennstoff erzeugt.
Vorteile:
Kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition.
Kriterien:
Sie profitieren besonders von Energieeffizienz-Förderungen.
KVP beschreibt die fortlaufende Optimierung interner Abläufe, insbesondere im Energiemanagement.
Ziel: stetige Reduktion von Energieverbrauch und Kosten durch kleine, regelmäßige Verbesserungen.
Der Lambda-Wert beschreibt die Wärmeleitfähigkeit eines Materials.
Ein niedriger Lambda-Wert bedeutet bessere Dämmwirkung. Er ist Grundlage zur Berechnung des U-Werts eines Bauteils.
Ein Lastgang ist die zeitliche Darstellung des Energieverbrauchs oder der elektrischen Leistung über einen bestimmten Zeitraum — oft 15-Minuten-Intervalle.
Er dient zur Analyse:
LCC umfassen alle Kosten eines Systems über dessen gesamte Nutzungsdauer:
Anschaffung, Betrieb, Wartung, Energieverbrauch und Entsorgung.
Die LCC-Betrachtung ist essenziell für nachhaltige Investitionsentscheidungen.
Misst die Menge an Luft, die durch ein Lüftungs- oder Klimasystem strömt.
Essenziell für:
Derzeit keine Einträge.
Die Nennleistung ist die maximale Leistung, die ein Gerät unter definierten Standardbedingungen dauerhaft erbringen kann.
Sie dient als Vergleichswert für technische Anlagen, z. B. Heizgeräte, Motoren, Pumpen und Solaranlagen.
Die NGF umfasst alle nutzbaren Flächen eines Gebäudes, abzüglich Verkehrs-, Technik- und Funktionsflächen.
Sie ist Grundlage für Flächenberechnungen, Wirtschaftlichkeitsanalysen und energetische Bewertungen.
Dazu zählen alle Gebäude, die überwiegend nicht dem Wohnen dienen — z. B. Bürogebäude, Schulen, Lagerhallen, Krankenhäuser.
Für sie gelten im GEG eigene energetische Anforderungen.
Derzeit keine Einträge.
Ein Passivhaus benötigt extrem wenig Heizenergie — dank sehr guter Dämmung, einer luftdichten Gebäudehülle, optimierter Wärmerückgewinnung und Nutzung passiver Solarenergie.
Es erreicht typischerweise den Standard eines KfW-Effizienzhauses 40 oder besser.
Der Primärenergiebedarf umfasst die Endenergie plus die vorgelagerte Energie für Herstellung, Umwandlung und Transport.
Er ist zentrale Bewertungsgröße im GEG und beeinflusst maßgeblich Fördermöglichkeiten.
Prozesswärme wird in industriellen Produktionsprozessen eingesetzt, z. B. zum Trocknen, Erhitzen, Schmelzen oder chemischen Reaktionen.
Sie bietet großes Potenzial für Effizienzsteigerung und Wärmerückgewinnung.
Der Psi-Wert beschreibt den linearen Wärmebrückenverlust an Bauteilanschlüssen.
Niedrige Psi-Werte reduzieren Wärmeverluste, Energiebedarf und Schimmelrisiken.
Technologien, die in nahezu allen Branchen Anwendung finden — z. B. Automatisierungstechnik, Digitalisierung, Elektromotoren, Energieeffizienztechnologien.
Sie gelten als besonders wirkungsvoll, da sie große Teile der Wirtschaft gleichzeitig beeinflussen.
Ein Rechtskataster ist eine strukturierte Sammlung aller relevanten rechtlichen Verpflichtungen eines Unternehmens.
Es dient zur Sicherstellung von Compliance, Risikominimierung und Transparenz.
Ein standardisiertes Modellgebäude, das zur energetischen Bewertung gemäß GEG herangezogen wird.
Das reale Gebäude muss energetisch mindestens gleichwertig sein, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein strukturiertes Konzept für die energetische Modernisierung eines Gebäudes.
Er wird von zertifizierten Energieberatern erstellt und zeigt auf, welche Sanierungsmaßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll
sind, um Energieverbrauch, Kosten und CO₂-Emissionen langfristig zu reduzieren.
Inhalte eines iSFP:
Ein iSFP erhöht die BAFA-Fördersätze für Einzelmaßnahmen um 5 % („iSFP-Bonus“).
Ein Sankey-Diagramm ist eine grafische Darstellung von Energie-, Material- oder Kostenströmen innerhalb eines Systems.
Die Breite der Pfeile zeigt die Menge der jeweiligen Ströme an, wodurch sofort sichtbar wird, wo Hauptverluste oder
Hauptverbraucher liegen.
Besonders hilfreich ist es bei:
Dieser Nachweis gehört zum GEG und untersucht, wie gut ein Gebäude gegen Überhitzung im Sommer geschützt ist.
Er bewertet u. a.:
Ziel ist es, hohe Raumtemperaturen zu vermeiden, ohne energieintensive Kühlung einzusetzen.
Stand-by-Verluste entstehen, wenn elektrische Geräte im Bereitschaftsmodus Energie verbrauchen, obwohl sie nicht aktiv genutzt werden.
Dies betrifft z. B.:
Durch konsequente Abschaltung können private Haushalte jährlich bis zu 100 € sparen, Unternehmen deutlich mehr.
Der TVF gibt an, wie viel nutzbares Tageslicht in einen Raum gelangt. Er berücksichtigt Fensterflächen,
Orientierung, Verschattung und Reflexionen. Ein hoher TVF verbessert den visuellen Komfort und reduziert
den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.
Die TGA umfasst alle technischen Systeme in Gebäuden wie Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Sanitär,
Elektrotechnik, Brandschutz und Gebäudeautomation.
Sie bestimmt maßgeblich:
Die Thermographie (Wärmebildkamera) macht Temperaturverteilungen sichtbar und wird häufig eingesetzt, um:
Sie ist ein wichtiges Werkzeug der Energieberatung.
Er beschreibt die Wärme, die durch Bauteile wie Wände, Dächer, Fenster und Türen verloren geht. Der
Verlust ist abhängig vom U-Wert und der Fläche des jeweiligen Bauteils.
Reduzieren lässt er sich durch:
Dieses Messverfahren nutzt Ultraschallwellen, um den Durchfluss von Flüssigkeiten oder Gasen in Rohrleitungen
berührungslos zu bestimmen. Es ist präzise, hygienisch und ideal für Heizungs-, Kühl- oder Trinkwasseranlagen.
Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht.
Formel: **je niedriger der U-Wert, desto besser gedämmt ist das Bauteil.**
Eine zentrale Größe im GEG, beeinflusst stark den Energiebedarf eines Gebäudes.
Der Volumenstrom gibt an, wie viel Luft oder Flüssigkeit pro Zeiteinheit durch ein System transportiert wird.
Eine korrekte Einstellung ist entscheidend für Lüftungsanlagen, Wärmepumpen, Kühlkreisläufe und industrielle Prozesse.
Der Wärmebereitstellungsgrad beschreibt, welcher Anteil der erzeugten Wärme tatsächlich für den beabsichtigten Zweck
genutzt werden kann. Er berücksichtigt Verluste durch Verteilung, Speicherung und Übergabe.
Wärmebrücken sind Bereiche der Gebäudehülle, an denen besonders viel Wärme entweicht. Sie entstehen durch Materialwechsel,
geometrische Besonderheiten oder Ausführungsfehler.
Folgen:
Sie ermittelt, wie viel Wärme ein Heiz- oder Kühlsystem tatsächlich liefert. Die Messung basiert auf
Temperaturdifferenz und Durchflussmenge.
Anwendungen:
Er ist Bestandteil der Bauantragsunterlagen und weist nach, dass ein Gebäude die geltenden energetischen
Mindestanforderungen erfüllt. Dazu gehören Transmissionswärmeverluste, Primärenergiebedarf und sommerlicher
Wärmeschutz.
Gebäude, deren Nutzung überwiegend dem Wohnen dient. Für sie gelten – anders als bei Nichtwohngebäuden – spezielle
Anforderungen hinsichtlich Energiebedarf, Warmwasser und Heiztechnik.
Der Wirkungsgrad zeigt, wie effizient ein System Energie umsetzt.
Beispiel:
Der R-Wert beschreibt den Widerstand eines Materials gegen Wärmefluss.
Formel: **R = d / λ**
Je höher der R-Wert, desto besser die Dämmwirkung.
Klassifizierung für Dämmstoffe je nach Wärmeleitfähigkeit.
Beispiel:
WLG 032 dämmt besser als WLG 040.
Die WLS beschreibt die tatsächliche Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs in W/(m·K).
Niedrige Werte bedeuten bessere Dämmwirkung.
WRG nutzt Abwärme, um Zuluft, Wasser oder Prozesse vorzuheizen.
Vorteile:
Derzeit keine Einträge.
Derzeit keine Einträge.
Derzeit keine Einträge.